Ausbleibende Honorarerhöhungen, Landarztmangel, Baby-Boomer-Generation und entstehende „Versorgungs‑Rust‑Belts“ führen zwangsläufig zu einem tiefgreifenden Strukturwandel in der Apothekenlandschaft. In einem Umfeld sich wandelnder politischer und ökonomischer Rahmenbedingungen sowie einer zunehmend digitalen Erwartungshaltung von Millennials und den Generationen Y und Z balancieren Apothekerinnen und Apotheker dabei zwischen exzellenter, evidenzbasierter Arzneimittelversorgung, einem Mehr an Kompetenzen gegenüber dem Kunden (z.B. Medikationsmanagement, pharmazeutische Dienstleistungen, Impfungen) und dem Erhalt eines wirtschaftlich tragfähigen Apothekenbetriebs – eine Herkulesaufgabe.
Vor diesem Hintergrund wurde die Apothekenreform seit Jahren zu Recht erwartet – und soll nun endlich kommen. Dr. Martin Jäger bringt Struktur in die Debatte: Wo werden Apothekenbetreiberinnen und -betreiber fachlich und organisatorisch entlastet? Welche pharmazeutischen Kompetenzen und Versorgungsaufgaben kommen hinzu – von Prävention, über pharmazeutische Dienstleistungen, zu arztunabhängiger Anschlussversorgung bis hin zu telemedizinischen Angeboten? Welche Chancen und Risiken sind damit verbunden?